Die Deutschen lieben ihre Haustiere. Fast jeder zweite Haushalt (45 Prozent) besitzt eins und allein im Jahr 2018 gaben die Halter mehr als 4 Milliarden Euro für Futter, Spielzeug & Co. aus. Das geht aus den Zahlen des Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) hervor. Die Auswahl an Produkten für Haustier ist dementsprechend immens. Darunter befinden sich auch immer mehr vernetzte Gadgets, die dafür sorgen, dass es Hund und Katz gutgeht, wenn die Halter nicht zu Hause sind.

Den Haustieren auf der Spur
Als vernetztes Gadget sind Anhänger für das Halsband besonders beliebt. Sie erlauben es den Besitzern ihre Tiere zu orten, wenn sie verlorengehen. Es passiert nicht selten, dass ein Hund einem Tier im Wald hinterherjagt und nicht mehr zum Herrchen zurückfindet. Oder eine Katze kommt nicht mehr nach Hause, weil sie sich aus dem Haus geschlichen hat und irgendwo feststeckt. Und jeder kennt wahrscheinlich die Anzeigen an Ampeln und Säulen, mit denen Besitzer nach ihren Vierbeinern suchen.
In diesen Fällen helfen smarte Halsband-Anhänger mit GPS-Tracker. Mit ihnen sehen die Besitzer auf ihrem Smartphone, wo sich Hund oder Katze gerade befindet. Einige dieser GPS-Tracker bringen auch einen Fitness-Funktion mit, die ähnlich arbeitet wie bei Fitness-Armbänder für Menschen. So können die Halter beispielsweise checken, ob sich ein Hund genügend bewegt und Übergewicht vorbeugen.

Einen dieser intelligenten Anhänger bietet Vodafone mit dem V-Pet Tracker an. Bei ihm sehen Sie in der zugehörigen App auf einer Karte, wo sich Ihr Haustier gerade aufhält. Außerdem können Sie Sicherheitszonen definieren. So erhalt sie eine Benachrichtigung, wenn Ihr Tier die Zonen verlässt. Mit der App können Sie auch Aktivitäten wie Laufen, Gehen, Spielen und Essen vorfolgen. So wissen Sie immer, ob es dem Tier an etwas fehlt. Für diese Services verlangt Vodafone knapp drei Euro pro Monat zusätzlich zum Kaufpreis von rund 70 Euro.

Spiel und Spaß für Hund und Katz
Viele Besitzer würde am liebsten immer bei Ihrem Tier sein. Doch Arbeit und Urlaub machen es meist unmöglich. Sind die Tiere allein zu Hause, reagieren sie nicht selten mit Langeweile oder sogar mit Stress. Doch glücklicherweise gibt es auch hier einige smarte Helfer, die Ihnen beim Hunde- und Katzen-Sitting unter die Arme greifen.

Gegen Langeweile hilft beispielsweise vernetztes Spielzeug wie der Wicked Ball (ca. 50 Euro) und der Wickedbone (ca. 130 Euro). Der Ball und der Knochen bewegen sich und animieren die Haustiere zum Spielen. Dabei sind die Wicked-Produkte so konstruiert, dass Hund und Katz sie nicht zerstören, wenn sie auf sie beißen. Während der Wickedball ohne App auskommt, können Sie beim Wickedbone das Spielprogramm per Smartphone auswählen und den Knochen fernbedienen wie ein ferngesteuertes Auto.

Der Microchip-Futterautomat connect (ab ca. 145 Euro) von Sure Petcare ist wiederum eine clevere Lösung, wenn Sie mehrere Katzen besitzen und eine der anderen ihr Futter wegfrisst. Der smarte Futternapf besitzt eine Klappe, die sich nur öffnet, wenn die richtige Katze fressen will. Das erkennt der Napf über den Funkchip an den Katzen.

Gleich von mehreren Herstellern gibt es Spielzeug, das mit einem Laserpointer arbeitet. Das Spiel besteht darin, dass die Tiere dem Laser-Punkt hinterherjagen, der sich im Raum bewegt. Sind die Laserpointer per Smartphone steuerbar, können Sie sie oft auch von unterwegs aktivieren. Besonders praktisch sind Laserpointer mit Kamera wie etwa der Petcube Play (ca. 170 Euro). So können Sie den Tieren beim Spielen zusehen. Da der Petcube Play auch Lautsprecher und Mikrofon besitzt, sind Sie auch in der Lage, Hund und Katze vor der Kamera anzusprechen und Sie werden auf Wunsch benachrichtigt, wenn die Kamera ein Miauen oder Bellen feststellt.
Zum Abbau von Stress und Angst sowie zur Unterhaltung ist DogTV gedachtet. Der Fernsehsender strahlt Programm aus, das laut eigener Aussage in Zusammenarbeiten mit führenden Hunde- und TV-Experten speziell für Hunde entwickelt wurde. Empfangen lassen sich die Inhalte zum Beispiel über Medienplayer wie Apple TV oder Amazon Fire TV, die Sie an Ihren Fernseher anschließen können.

Rein und raus
Wer nicht will, dass Hund oder Katze den Tag im Haus bleiben müssen, kann zu einer Hunde- oder Katzenklappe greifen. Das Problem an gewöhnlichen Klappen ist nur, dass durch sie auch fremde Tier ins Haus gelangen. Und wenn die Klappen größer sind, könnten sie ebenfalls Einbrecher als Einstiegstor nutzen.


Um dieses Problem zu lösen, gibt es mittlerweile Klappen, die erkennen, wer ins Haus will. Das geschieht zum Teil über Chip-Anhänger für das Halsband. Für diejenigen, die sich vor Einbrechern schützen wollen, wird das jedoch keine wirkliche Lösung sein. Der Einbrecher könnte den Chip-Anhänger vom Halsband stehlen und so die Klappe öffnen.
Davor sind sie gewappnet, wenn der Erkennungs-Chip in das Tier eingepflanzt wird. Die Erkennung funktioniert jedoch nicht bei jedem Tier zuverlässig. Der Klappen-Hersteller Petwalk weist etwa darauf hin, dass die Erkennung implantierter Chips bei Katzen nach der Eingewöhnungsphase ausreichend funktioniere, bei Hunden je nach Größer eher unzureichend. Bei größeren Hunden bestehe das Problem, dass der Abstand zwischen Implantierstelle (meist im Nackenbereich) und Antenne zu groß ist.
Eine Möglichkeit, dieses Problem zu umgehen, ist eine vernetzte Hundeklappe von Herstellern wie Petwalk oder Sure Petcare mit einer Überwachungskamera zu kombinieren. Die Überwachungskameras benachrichtigt Sie dann, wenn sie eine Bewegung erkennt und Sie können über das Smartphone überprüfen, wer ins Haus will. Handelt es sich um Ihr Haustier, öffnen Sie die Klappe über die Smart-phone-App.
Besonders gut funktioniert das mit der Außenüberwachungskamera von Netatmo. Sie kann zwischen Tieren, Menschen und Autos unterscheiden. So werden Sie nur benachrichtigt, wenn sich ein Tier vor der Klappe befindet.

Ihr Haustier immer im Blick
Auch im Haus bietet sich ein Überwachungskamera an. So sind Sie in der Lage jederzeit zu überprüfen, ob es Ihrem Tier gutgeht und alles in Ordnung ist. Dafür können Sie eine gewöhnliche Überwachungskamera verwenden. Wenn Sie Ihr Tier ebenfalls ansprechen möchten, sollten Sie jedoch beim Kauf darauf achten, dass sie einen Lautsprecher besitzt.
Es existieren allerdings auch spezielle Kameras für Haustiere. Von Furbo gibt es beispielsweise eine Hundekamera (ca. 200 Euro), die Leckerlis per Fingertipp in der App ausgibt. Praktisch ist an der Kamera auch, dass Sie Hunde ansprechen können und Sie bei einem Bellen benachrichtigt werden. Eine ähnliche Kamera gibt es von Petcube mit der Bites (ca. 200 Euro), die sich ebenfalls für Katzen eignet.

Wenn Ihnen beispielsweise das Apportieren mit Ihrem Hund zu anstrengend ist, wäre der iFetch (ca. 130 Euro) eine Option für Sie. Er wirft den Ball, damit ihn der Hund fängt. Legt der Hund den Ball im iFetch ab, geht das Spiel von vorne los.


Hunger und Durst stillen
Für das richtige Füttern von Hund und Katze sind diese Kameras allerdings nicht gedacht. Für diesen Zweck gibt es spezielle Futterautomaten. Unvernetzte Modelle erhalten Sie beispielsweise von Trixie. Beim Trixie TX7 (ca. 65 Euro) stellen Sie am Gerät ein, zu welchen Zeiten er wieviel Futter ausgeben soll. Beim vernetzten SmartFeeder von Petnet (ca. 180 Euro) nehmen Sie diese Einstellungen per Smartphone vor. Über die App sehen Sie auch, wenn Ihr Hund oder Ihre Katzen gegessen hat oder wenn das Futter im Vorratsbehälter zur Neige geht.


Speziell an Katzen richtet sich Catspad (ca. 390 Euro). Außer einem Futterautomaten besitzt Catspad auch einen Wasserbrunnen. Das fließende Wasser animiert die Katzen zum Trinken. Eine Besonderheit ist, dass Catspad verschiedene Katzen über Funkchips unterscheiden kann. So kann der Automat mehrere Katzen individuell füttern.


Einen Trinkbrunnen, der für Hunde und Katzen gleichermaßen geeignet ist, hat beispielsweise Dadypet im Programm. Der Brunnen (ca. 25 Euro) besitzt mit 2 Litern ein besonders großes Fassungsvermögen und reinigt auch das Wasser.

Ein breites Angebot an Fütterungsautomaten gibt es auch für Aquarien. Ein vernetztes Modell mit App-Steuerung erhalten Sie beispielsweise mit dem iLonda (ca. 20 Euro) von Decdeal. Außer dem Futter ist auch die Wasserqualität und die Beleuchtung bei einem Aquarium essentiell. Vor allem wenn man längere Zeit nicht daheim ist, hilft es deshalb, wenn man die Wasserqualität überwachen kann. Bei Aquarium-Computern von GHL geht genau das per Smartphone, Tablet und Computer. Bei den GHL-Produkten haben Sie auch die Möglichkeit, die gesamte Aquariumtechnik zu steuern wie Beleuchtung, Futterautomat und Strömungspumpe.

Nie mehr das Katzenklo reinigen
Nachdem Sie sich um das Futter gekümmert haben, brauchen Sie natürlich auch eine Lösung, wenn die Tiere ihre Notdurft verrichten müssen. Hunde warten im Idealfall, bis jemand nach Hause kommt und mit ihnen Gassi geht. Oder die Tiere nutzen eine Hundeklappe nach draußen. Katzen haben ihr Katzenklo, das jedoch ab und an gesäubert werden muss. Damit Sie sich um das Säubern nicht selbst kümmern müssen, gibt es mittlerweile auch clevere Lösungen dafür. Eine besteht im Litter-Robot Open Air (ca. 450 Euro). Der Roboter trennt die Abfälle von der sauberen Streu. So müssen Sie nur ab und an den Auffangbehälter leeren.


Smarte Gadgets helfen Ihnen also in vielerlei Hinsicht dabei, dass sich Hund und Katze allein zu Hause wohler fühlen. Doch den menschlichen Kontakt können Ihnen die Gadgets bislang nicht komplett abnehmen. Auch beim nächsten Urlaub werden Sie deshalb nicht ganz ohne die Hilfe von Familien, Bekannten oder einer Tierpension auskommen.

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